DIALOG im Logenhaus

ist eine Veranstaltung der

Großen Loge Royal York zur Freundschaft

Die letzte Veranstaltung

Glaubwürdig, aufklärerisch und fachlich-kompetent –
Richtwerte für die Arbeit der Medien heute?

Am 1. Juni 2016 um 20:00 Uhr
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

 

Gegenwärtig zeigt sich in den Leitmedien ein hohes Maß einer systematischen Vermischung von
Meinung und Information. Eine solche Vermischung gilt als charakteristisches Merkmal von Propaganda.


Medien haben in einer Demokratie eine ganz zentrale Funktion, da sie unser Bild von der gesell-schaftlichen und politischen Realität erst schaffen und formen. In den vergangenen Jahren ist jedoch das Vertrauen in die Medien stark zurückgegangen. Selten zuvor war die Diskrepanz zwischen journalistischem Selbstbild und der Meinung der Öffentlichkeit über die Unabhängigkeit der Medien so groß wie gegenwärtig. Während Journalisten weitgehend davon überzeugt sind, daß sie in politisch-gesellschaftlichen Angelegenheiten umfassend, objektiv und neutral unter-richten, sieht die Realität ganz anders aus. Bei Themen, welche die Interessen herrschender Eliten berühren, läßt sich gegenwärtig ein Maß an Desinformation, Meinungsmache und Gleichförmigkeit ausmachen, das im historischen Vergleich außergewöhnlich ist.

 

Ohne eine Kenntnis des politischen und ökonomischen Hintergrundes, in den die Medien eingebettet sind, und ohne Kenntnis der psychologischen Mechanismen, die zur Meinungs-manipulation genutzt werden können, haben wir kaum eine Chance, uns gegen systematische Manipulationen unserer Meinungen, Einstellungen und Gefühle zu schützen.

Der Vortrag behandelt im Kontext von Leitidealen der Aufklärung – insbesondere dem Leitideal der politischen Selbstbestimmung in einer Demokratie – die Frage, wie mündige Bürger mit den Informationen, die Medien bereitstellen, umgehen können.

Prof. Dr. Rainer Mausfeld

Referent: Prof. Dr. Rainer Mausfeld

 

Prof. Dr. Rainer Mausfeld arbeitet im Bereich der Wahrnehmungs-
und Kognitionsforschung und hatte bis März
2016 den Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie an der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne. Er ist Mitglied
der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

 

Im Anschluss an den Vortrag mit Diskussion laden wir zu einem kleinen Empfang.     
Zum Vortragsabend sind alle Brüder, Schwestern, Lebenspartner und Gäste der Logen herzlich eingeladen!     

 

DIALOG im Logenhaus

ist eine Veranstaltung der Großen Loge Royal York zur Freundschaft    
Organisation: Brr. Christian Meier & Kai Kibath
    
 

Veranstaltung im März 2016

Deutsche Leitkultur – zur Bedeutung dieses Begriffs für Integration und Identität

Am 2. März 2016 um 20:00 Uhr  
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

 

Was will oder wollte Angela Merkel eigentlich „schaffen“? Was versteht sie unter Integration? Die meisten Deutschen fürchten eine kulturelle „Überfremdung“ noch mehr als die drohende Job-Konkurrenz. Doch welche „Leitkultur“ soll für das Einwanderungsland Deutschland gültig sein?

Die rechtspopulistische Hetze gegen „Multikulti“ weckt trübe Erinnerungen an eine dunkle Epoche unserer Geschichte, Erinnerungen an mörderischen Rassismus im Namen der deutschen Kultur und ihres Sonderwegs. Zu wenig diskutieren Politiker und Repräsentanten der verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche uneigennützig und gemeinsam die Frage:  Sind wir fähig, einen transnationalen kulturellen Raum mit einer kollektiven Dimension des politisch-sozialen Handelns zu verbinden?

Es geht nicht nur um humanitäre Erstversorgung von Flüchtlingen, sondern um eine soziale und kulturelle „Anpassung“ Deutschlands an eine „neue Wirklichkeit“. Das Problem der Migration kann nicht nur unter dem eingeschränkten Aspekt von gesellschaftlichen und kulturellen Belastbarkeitsgrenzen der (westlichen) Aufnahmeländer begriffen werden.

Die neue transnationale Perspektive erweitert den Blick auf gegenseitige Abhängigkeiten, soziale Eingliederungen und kulturelle Identitäten jenseits des traditionellen Nationalstaates. Es geht um die Frage: Kultur und Transnationalismus – schaffen die Deutschen das?   

Prof (i.R.) Dr. Willi Jasper

Referent: Prof (i.R.) Dr. Willi Jasper
Willi Jasper war bis 2010 Professor für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Potsdam. Zu seinen Veröffentlichungen gehören zahlreiche Biografien (u.a. Lessing, Ludwig Börne, Heinrich Mann) und kulturgeschichtliche Betrachtungen wie „Faust und die Deutschen“ (1998), „Deutsch-Jüdischer Parnass“ (2004), „Wieviel Transnationalismus verträgt die Kultur?“ (Hrsg. 2009), „Zauberberg Riva“ (2011), „Lusitania – Kulturgeschichte einer Katastrophe“ (2015). Der Autor lebt und arbeitet als freier Publizist in Berlin.

Veranstaltung im November 2015

Masseneinwanderung in Deutschland –    
Muß unser Rechts- und Wertesystem neu vermessen werden?

Am 4. November 2015 um 20:00 Uhr     
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin


Der Wandel eines Landes, dessen Staatsbürgerschaft sehr lange Zeit über das jus sanguinis vererbt wurde, zu einer Einwanderungsgesellschaft vollzieht sich nicht ohne Schwierigkeiten. Es ist einfach nicht so, dass eine multikulturelle Gesellschaft sich konfiktfrei entwickelt oder erhält, und es ist auch nicht so, als ob eine Öfnung von Grenzen samt anschließender Masseneinwanderung umstandslos zum gesellschaftlichen Zusammenhalt von Ansässigen und Zugewanderten führt, falls man nur guten Willens eine Willkommenskultur praktiziert.    
Ganz im Gegenteil stellt der Wandel Deutschlands hin zu einer Einwanderungsgesellschaft gewaltige innen- und kulturpolitische Herausforderungen.

Kern der Probleme ist Deutschlands Unfähigkeit, so etwas wie eine „deutsche Leitkultur“ nicht nur wie ein – zudem problematisches – Desiderat zu thematisieren, sondern auch zu umreißen, zu wollen und gleichsam zum Magneten unserer Integrationspolitik zu machen. Um diesen Problemkern herum, der seinerseits durch die Traumatisierungen der deutschen Diktaturgeschichte des 20. Jh. erzeugt wurde, lagern sich die meisten anderen Probleme. Sie werden, in den eben umrissenen Kontext gestellt, im Lauf des Vortrags erörtert werden.    

Referent: Prof. Dr. Werner J. Patzelt

Prof. Dr. Werner J. Patzelt ist Gründungsprofessor des Dresdner Instituts für Politikwissenschaft und hat den Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich seit 1991 inne. Schwerpunkte seiner Lehr- und Forschungstätigkeit sind unter anderem die vergleichende Analyse politischer Systeme, die Parlamentarismusforschung, politische Kommunikation, die vergleichende historische Analyse politischer Institutionen sowie evolutionstheoretische Modelle in der Politikwissenschaft.

Im Anschluss an den Vortrag mit Diskussion laden wir zu einem kleinen Empfang.     
Zum Vortragsabend sind alle Brüder, Schwestern, Lebenspartner und Gäste der Logen herzlich eingeladen!     

 

DIALOG im Logenhaus

ist eine Veranstaltung der Großen Loge Royal York zur Freundschaft    
Organisation: Brr. Christian Meier & Kai Kibath
    
 

Veranstaltung im September 2015

Kommunikative Freiheit in der digitalen Gesellschaft:

Medienethik auf dem Prüfstand

Am 2. September 2015 um 20:00 Uhr
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

 

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist eine der bedeutendsten gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie kann in direkter Erbfolge zu anderen „Katastrophen“ wie die der Entstehung der Sprache, der Erfindung der Schrift und der Verbreitung des Buchdrucks genannt werden. Vor diesem Hintergrund sind Medien und die Kritik an ihnen sicherlich ein brandaktuelles, aber doch kein neues Thema. Schon Platon klagt in seiner Sage von Theut über die Problematik des Vergessens durch die Erfindung der Schrift. Seither wird immer wieder von den Gefährdungen, die von Medien ausgehen, berichtet. Relativ neu dagegen ist die Bewertung von Medien unter ethischen Gesichtspunkten. Der Vortrag beschäftigt sich deshalb mit den durch Digitalisierung und Globalisierung verursachteten Konflikten und zeigt auf dieser Basis die Möglichkeiten und Grenzen einer Medienethik auf.

Referent: Thomas Forwe

Thomas Forwe (geb. 1967) ist seit 1996 als Wirtschafts- und Unternehmensberater selbständig tätig. Zu seinen Referenzen gehören namhafte Häuser im Finanzdienstleistungssektor und in der Industrie im In- und Ausland. Darüber hinaus lehrt er Ethik an der Berufsakademie Rhein-Main und gehört seit März 2013 dem Präsidium des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft an.

 


Er ist Mitglied der Loge Zur Einigkeit Nr. 11 i.O. Frankfurt und wirkt als Schatzmeister im geschäftsführenden Vorstand der Freimaurerischen Forschungsgesellschaft Quatuor Coronati

Veranstaltung im Juni 2015

Der Islam – passt er in die säkulare Moderne?

Am 3. Juni 2015 um 20:00 Uhr
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

 

Zumindest bis zum Arabischen Frühling von 2011, der manche Gewissheit erschüttert hat, galt der Islam vielen Beobachtern als Hindernis für Modernisierung, Demokratisierung und die Errichtung einer säkularen, rechtsstaatlichen Ordnung. Die Gewalttaten islamistischer Extremisten haben diese Wahrnehmung seitdem regelrecht zementiert. In ihrem Vortrag möchte Gudrun Krämer einen historisch vertieften Blick auf das Verhältnis von Religion, Recht und Politik "im Islam" werfen.

 

Des Weiteren lotet sie die Möglichkeiten einer säkularen, rechtsstaatlichen Ordnung aus, die von praktizierenden Musliminnen und Muslimen als legitim anerkannt wird.

 

Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, steht erkennbar im Hintergrund dieser Überlegungen. Im Mittelpunkt hingegen werden aber nicht die normativen Aussagen von Koran und Prophetentradition stehen, sondern deren Auslegungen durch zeitgenössische Musliminnen und Muslime.

Referent: Prof. Gudrun Krämer

 

Gudrun Krämer ist seit 1996 Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin und seit 2007 Direktorin der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies (Exzellenzinitiative).

Als Gastdozentin lehrte sie in Beirut, Bologna, Erfurt, Jakarta, Kairo und Paris. Gudrun Krämer ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Ehrendoktor der Tashkent Islamic University und Mitherausgeberin der Encyclopaedia of Islam Three.

 

2010 wurde sie mit dem Gerda Henkel Preis ausgezeichnet. Sie arbeitet vor allem zu Geschichte, Politik und Gesellschaft des Vorderen Orients in der Neuzeit, Säkularität, islamischen Bewegungen und islamischer politischer Theorie. Buchveröffentlichungen u.a.: Demokratie im Islam (2011); Hasan al-Banna (2010); A History of Palestine (2008); Speaking for Islam. Religious Authorities in Muslim Societies (Hg. mit Sabine Schmidtke) (2006); Geschichte des Islam (2005) und Gottes Staat als Republik. Reflexionen zeitgenössischer Muslime zu Islam, Menschenrechten und Demokratie (1999)

Der 25ste „Dialog im Logenhaus“ im März 2015

Krim-, Ukraine- und Russlandkrise – Vor einer Neuordnung der deutschen/europäischen Ostpolitik?

Am 4. März 2015 um 20:00 Uhr
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

 

Russlands Annexion der Krim und seine verdeckte militärische Intervention in der Ostukraine haben eine Krise in den deutsch-russischen und europäisch-russischen Beziehungen heraufbeschworen.
Die Vorstellungen von Russland auf dem Weg zu Demokratie und Zivilgesellschaft,
die Visionen von „strategischer“ und „Modernisierungspartnerschaft“ und Konzepte wie „Wandel durch Handel“ und „Wandel durch Annäherung“ haben sich als Illusionen herausgestellt.

Die Wirklichkeit des Verhältnisses zwischen Deutschland, der EU und der NATO einerseits und Russland andererseits ist nicht von Kooperation, sondern von Konflikt geprägt. Eine Neuordnung der deutschen und der europäischen Ostpolitik ist infolgedessen unumgänglich.

Da die Ursachen der gegenwärtigen Krise hauptsächlich nicht exogener Natur sind, nicht auf realen Bedrohungen russischer Sicherheit beruhen, sondern im Wesentlichen endogen sind, auf Kalkülen von Machterhalt des Kremls im Inneren und Erweiterung von Einfluss im „Nahen Ausland“ zurückgehen, kann eine Rückkehr zu Normalität nur aufgrund von Veränderungen der russischen Innenpolitik erfolgen.

Prof. Dr. Hannes Adomeit

Referent: Prof. Dr. Hannes Adomeit

 

Prof. Dr. Hannes Adomeit, geb. 1942 in Memel, Ostpreußen (heute Klaipeda,Litauen) studierte Internationale Politik an der Freien Universität in Berlin und an der Columbia University in New York – dort Abschlussmit dem Russian Institute Certificate und dem Ph.D. „with distinction“.
Bis letztes Jahr war er Professor für Osteuropastudien am College ofEurope, Natolin Campus (Warschau) und davor (rotierende Basis) Leiter der Forschungsgruppe Russland/GUS am Forschungsinstitut für Internationale Politik und Sicherheit der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Im Laufe seiner wissenschaftlichen Laufbahn wirkte er u.a. als Professor für Internationale Politik und Direktor des Forschungs-

programms für Russland und Ostmitteleuropa an der Fletcher School of Law and Diplomacy in Boston und Fellow am Russian Research Center der Harvard Universität in Cambridge, Massachusetts. Sein Lehr- und Forschungsgebiet ist die Innen- und Außenpolitik Russlands.

Veranstaltung im November 2014

 

WIR ANGST-HASEN

Zum Umgang der Gesellschaft mit Risiken

Am 5. November 2014 um 20:00 Uhr
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

 

Unsere Welt ist kein durchgehend anheimelnder und sicherer Ort; ständig muss die Menschheit auf der Hut sein vor alten und neuen Gefahren, ständig steht sie vor neuen Herausforderungen.
Als ob das nicht schon Verunsicherung und Aufgabe genug sei, versuchen Panikmacher, uns die Angst vor noch mehr Risiken einzureden. Die Litanei lautet, dass die Umwelt und die Lebens-bedingungen der Menschen ständig schlechter werden. Wir würden, heißt es, in einer anhaltenden Katastrophe leben oder sie provozieren, und die Menschheit sei dabei, sich wie die Dinosaurier selbst auszurotten. Doch das Ökosystem bricht nicht zusammen, die Nahrungsmittel-produktion und die Lebenserwartung steigen, die Lichter werden nicht ausgehen, die Szenarien zur globalen Erwärmung sind unrealistisch pessimistisch, der Artenschwund ist nicht so dramatisch wie behauptet, das Ozonloch ist verschwunden und der saure Regen hat nicht die Wälder sterben lassen.
Überblickt man die vergangenen 100 oder 200 Jahre, hat sich die Lebensqualität der Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten deutlich verbessert. Dennoch ängstigen sich viele Menschen. Doch wegen irreführender Medienberichte haben sie Angst vor den falschen Dingen. Wirklich gefährlich sind Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Diabetes und hoher Blutdruck. Alle anderen Gefahren sind fast schon nebensächlich. Das gilt auch für die Kernenergie.

PD Dr. phil. Gerald Mackenthun

Referent: PD Dr. phil. Gerald Mackenthun

 

Gerald Mackenthun (Jg. 1950) war gut 25 Jahre lang Wissenschafts-reporter und –redakteur. Als Journalist hatte er fast jede Woche mit Themen zu tun, die tatsächlich oder vermeintlich Gesundheitsrisiken beinhalten: Aids, BSE, Grüne Gentechnik, Niedrigstrahlung, Lebensmittelskandale.

Er begriff, dass die Berichterstattung darüber nur funktioniert, wenn eine wichtige Frage von den Medien nicht gestellt wird: Was ist gefährlich im Verhältnis zu was? Zusammen mit den Dortmunder Statistikprofessor Walter Krämer schrieb er 2001 das Buch „Die Panik- Macher“. Darin werden anhand einiger Beispiele die tatsächlichen Risiken benannt.

 

Das Fazit: Wir fürchten uns vor den falschen Dingen.

 

Seit 2003 arbeitet Mackenthun als niedergelassener Psychotherapeut.

Veranstaltung vom 3. September 2014

 

HYBRIS – Die überforderte Gesellschaft

Am 3. September 2014 um 20:00 Uhr     
im Goethe-Saal des Logenhauses, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

Größenwahn und grenzenlose Selbstüberschätzung sind mehr als je zuvor Triebkräfte menschlichen Handelns. Die Folgen davon sind krankhaft wuchernde Wirtschaftsaktivitäten, entfesselte Finanzmärkte, dysfunktionale Bildungs- und Infrastrukturen, aus dem Ruder laufende Großprojekte, unkontrollierbare Datenmengen und globales Allmachtstreben. All dies sind Symptome einer überforderten Gesellschaft, die über viele Lebensbereiche die Kontrolle verloren hat.      

Der Ausweg aus dieser Hybris kann nur ein Paradigmenwechsel sein, und zwar hin zu einem menschlichen Maß oder, besser gesagt, zu einer neuen Balance. Das heißt: Der moderne Mensch ist gehalten, nicht immer nur Neues zu schaffen, sondern das, was er hat, intensiver zu nutzen und vor allem zu genießen. In diesem Kontext sind Einfühlungs-vermögen, Phantasie sowie Anpassungs- und  Improvisationsfähigkeiten gefragt, weil es für diesen Paradigmenwechsel weder eine Blaupause noch eine Montageanleitung gibt.

Prof. Dr. jur. Meinhard Miegel, B.A.

Referent: Prof. Dr. jur. Meinhard Miegel, B.A.

    
Prof. Dr. Meinhard Miegel (Jg. 1939), politischer Weggefährte von Prof. Dr. Kurt Biedenkopf , war von 1977 bis 2008 Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn e.V. (IWG BONN). Seit 2007 ist er Vorstandsvorsitzender des Denkwerks Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung (www.denkwerkzukunft.de).

Prof. Dr. Miegel ist nicht nur Autor des Buches „Hybris – Die überforderte Gesellschaft“, Propyläen-Verlag, Berlin 2014, 320 Seiten, sondern auch für sein bisheriges publizistisches Gesamtwerk mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden.   

Veranstaltung im Juni 2014

Lebensmittelsicherheit und Schutz vor Täuschung

- alles nur auf dem Paiper?

 

Allen Aktionsplänen zum Trotz: Weshalb Lebensmittelgesetze die Verbraucher nicht ausreichend vor Risiken und Betrug schützen

 

Am 4. Juni 2014 um 20.00 Uhr

Goethe-Saal des Logenhauses Berlin, Emser Straße 12-13, 10719 Berlin

Ob Dioxin in den Eiern oder Pferdefleisch in der Lasagne: Wie kommt es eigentlich zu all den Lebensmittelskandalen? Wie kann es sein, dass jedes Mal Aktionspläne aufgestellt, Gesetze geändert werden - und dann doch der nächste Skandal passiert?

Die Verbraucherorganisation foodwatch analysiert seit mehr als zehn Jahren die Gestzgebung in Deutschland und Europa - und stößt dabei auf haarsträubende Schwachstellen. Zufall kann das alles nicht sein- oder doch?

Martin Rücker

Referent : Martin Rücker

leitet seit fünf Jahren die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei foodwatch. Der gelernte Journalist hat sich nach Stationen als Freiberufler, als Zeitungsredakteur und Parlamentskorrespondent der Verbraucherorganisation angeschlossen, um dem Thema aus der Kuschelecke zu helfen. Seine Aufgabe ist es, Medien die nicht selten unappetitlichen foodwatch-Themen schmackhaft zu machen - denn nur durch mediale Präsenz kann eine Organisation mit ihren Positionen auch Gehör finden.

Über den Dialog

Lautes Nachdenken ...

mit einem Freund zählt nach Lessing zu den höchsten menschlichen Genüssen.
Wir wollen ihnen und uns Gelegenheiten geben in die Nähe dieser Genüsse zu kommen.

Deshalb hat die Große Loge Royal York zur Freundschaft ím Orient Berlin die Veranstaltungsreihe "Dialog im Logenhaus" ins Leben gerufen.

 

lm Rahmen dieses Projekts sollen Brüder der Royal York Logen, der Logen Deutschlands und derWeitbruderkette, sowie deren Gäste die Gelegenheit erhalten, im unmittelbaren Kontakt mit namhaften Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Geseilschaft und Kultur über Zeit- bzw. Zukunftsfragen unseres Landes zu sprechen. Ein solcher Dialog bietet dem Freimaurer und den Gästen die Chance, sich zu informieren und zu orientieren, sich für neue Sichtweisen und Lösungen von Problemen zu öffnen und sich im Miteinander zu humanitårem Handeln zu motivieren.


"Dialog im Logenhaus" ist Signum für eine moderne wertgestützte Gegenwartsfreimaurereí, die ihre Verantwortung für eine humane Gestaltung der Mitweit. der Umwelt und der Nachwelt ernst nimmt.



Die Veranstaltung findet bis zu dreimal im Jahr statt.

 

Bisherige Themen (auszugsweise):

 

17. November 2010
"Zwanzig Jahre Deutsche Einheit - Wie steht es heute um die nationale Identität der Deutschen?"
Referent: Prof. Dr. Phil. Thoans Meyer

16 März 2011
"Mathematik - Die Grosse Unbekannte"
Referent : Prof. Dr. Günter M. Ziegler

15 Juni 2011
"Deutschland als Pionier des demografischen Wandels - Problem oder Chance?"
Referent: Dr. Reiner Klingbolz

02. November 2011
"Lügen mit Zahlen - Wie wir mit Statistiken manipuliert werden"
Referent: Prof. Dr. Gerd Bosbach

07 März 2012
"Arabischer Frühling im russischen Winter? - Zu Perspektiven von Demokratie und Modernisierung unter der dritten Präsidentschaft von Wladimir Putin"
Referent: Prof. Dr. Hans-Henning Schröder

06 Juni 2012
"Patient Amerika - Was bedeutet dies für Weltpolitik und Weltwirtschaft"
Referent: Dr. Josef Braml

07 November 2012
"Integration in Deutschland oder Die Kunst "deutsch" zu sein"
Referent: Nezih Ülkekul